SoSe 26 Finanzkrisen2026-04-30T15:34:57+02:00

Im Sommersemester 2026 findet ab April wieder unsere Ringvorlesung “Finanzkrisen und Geldsysteme” statt.

Nach einer Vorstellung der kritischen Wirtschaftswissenschaftler*innen und einer Einführung in Geldtheorie wird der Kurs in drei Blöcke aufgeteilt sein. Anhand von Konzepten, wie Geldschöpfung, Staatsverschuldung und Inflation, werden Grundlagen eingeführt. Im zweiten Block diskutieren wir Internationale Krisen mit einem Blick auf Lateinamerika, Japan, die Eurokrise, sowie die komplexen Zusammenhänge der Finanzmarktkriminalität und Schattenbanken. Im letzten Teil der Vorlesung werfen wir einen Blick auf die Folgen von Krisen. Teil davon wird auch eine Vorlesung über die Auswirkungen der Wiedervereinigung von Deutschland sein.

Die Organisation des Moduls erfolgt vollständig ehrenamtlich durch eine Gruppe von Bachelor und Master Studierenden. Wieso die ganze Arbeit? Mehr Infos dazu unter dem Reiter „Über Uns

Finanzkrisen und Geldsysteme

Sommersemester 2026

Termine: Ab dem 14.04.25 finden die Vorlesungen regulär wöchentlich Donnerstags von 12-14 Uhr statt. Die begleitenden Übungen finden Dienstags von 14-16 Uhr statt. Bei Abweichungen informieren wir im Blackboard Kurs. Weiter unten findet ihr ein FAQ mit Infos zu Anrechnung etc.

Syllabus & Speaker

Block 1: Monetäre Ökonomie

1. Inflation und Deflation während der Weimarer Republik und Vergleich mit heutigen Entwicklungen – 14.04.
Prof. Dr. Carl-Ludwig Holtfrerich

Prof. Dr. Carl-Ludwig Holtfrerich ist emeritierter Professor des Fachbereichs Wirtschaftswissenschaften und des John-F.-Kennedy-Institutes der Freien Universität Berlin. Als Wirtschaftshistoriker hat er sich mit verschiedenen historischen Inflationsphänomenen, Zentralbankpolitik sowie mit der Wirtschaft in den USA auseinandergesetzt. Für seine Arbeit wurde ihm 2015 in Washington D.C. der Helmut-Schmidt-Preis für Deutsch-Amerikanische Wirtschaftsgeschichte verliehen. Zudem wurde er vom Handelsblatt 2011 in der Liste der Top-Emeriti der VWL aufgeführt. In der Ringvorlesung wird er zu dem Thema „Inflation und Deflation während der Weimarer Republik und Vergleich mit heutigen Entwicklungen“ referieren und diskutieren. Seine jüngste Buchveröffentlichung: Edward A. Tenernbaum and the Deutschmark. How an American Jew Became the Father of Germany’s Postwar Economic Revival (Cambridge UP, 2024).

2. Geldschöpfung & Staatsverschuldung – 16.04.
Dr. Michael Paetz

Michael Paetz ist promovierter Volkswirt und als Lehrkraft für besondere Aufgaben im Fachbereich Volkswirtschaftslehre an der Universität Hamburg tätig.In seiner Promotion hat Dr. Paetz mit neoklassisch inspirierten neukeynesianischen Modellen gearbeitet, interessiert sich seitdem aber primär für postkeynesianische Ansätze – beide Theorien sind ihm also gleichermaßen vertraut.Neben Artikeln in wissenschaftlichen Fachzeitschriften hat er unter anderem den online-Kurs “Was ist Geld?” (was-ist-geld.de) sowie das Lehrbuch Geldtheorie und Geldpolitik veröffentlicht, und schreibt für den postkeynesianischen Blog “Makroskop”.

3. Transformation des Geldes und digitale Währungen – 23.04.
Elsa Egerer

Als Ökonomin interessiert Elsa Egerer sich für die Gestaltbarkeit von wirtschaftlichem Zusammenleben. Insbesondere brennt sie für eine nachhaltige Architektur der Geld- und Finanzmärkte und die Bewegung der Pluralen Ökonomik. Elsa Egerer lehrt, forscht und wirkt an der Hochschule für Gesellschaftsgestaltung in Koblenz. Vorher arbeitete sie u.a. an der Forschungsstelle Plurale Ökonomik der Universität Siegen und am Kompetzenzzentrum für kommunale Infrastruktur Sachsen am Institut für Öffentliche Finanzen und Public Management der Universität Leipzig.

4. Globales Dollarsystem, Schattenbanken & Offshore-Banking – 05.05.
Dr. Steffen Murau

Dr. Steffen Murau ist Politökonom und beschäftigt sich ins besondere mit dem internationalen Geld- und Finanzsystem, der Europäischen Währungsunion sowie der Finanzierung von umfangreichen Transformationsprojekten. Momentan ist Steffen Murau wissenschaftlicher Leiter des Forschungsgruppe OBFA-Transform des Global Climate Forums und der Freien Universität Berlin. Außerdem ist er Fellow am Global Development Policy Center der Boston University und am Monetary and Economic Department der Bank for International Settlements. In seinem Vortrag gibt Steffen Murau einen Einblick in das privatisierte Offshore-Dollarsystem und Schattenbanken.

Block 2: Internationale Krisen

5. Finanzialisierung – 07.05.
Laura Gaißmaier

Laura Gaißmaier ist seit 2025 Referentin für Finanzstabilität bei Finanzwende. Neben dem Thema Finanzialisierung befasst sie sich mit den Auswirkungen von Schattenbanken auf die Finanzstabilität und dem Einstieg von Big Techs in den Finanzsektor. Gaißmaier hat Internationale Beziehungen und sozial-ökologische Ökonomie in Erfurt, Madrid und Wien studiert. Vor ihrer Tätigkeit bei Finanzwende arbeitete sie in einer Unternehmensberatung zu Sustainable Finance und Bankenregulierung.

6. Globale Finanzkrise 2008/09 – 21.05.
tba

7. Eurokrise - 28.05.
Prof. Dr. Heiner Flassbeck

Prof. Heiner Flassbeck war Staatssekretär im Bundesministerium der Finanzen, arbeitete als Chef-Volkswirt bei der UN-Organisation für Welthandel und Entwicklung und lehrt zurzeit an der Hamburger Universität für Wirtschaft und Politik. Prof. Flassbeck schreibt im Internet unter „www.relevante-oekonomik.com". In seinem Vortrag wird er die Eurokrise und die derzeitige Geldpolitik der EZB analysieren.

8. Währungshierarchie - 04.06.
Prof. Dr. Barbara Fritz

Prof. Barbara Fritz arbeitet und lehrt sowohl am interdisziplinären Lateinamerika-Institut (LAI) als auch am Fachbereich Wirtschaftswissenschaft der FU Berlin. Als Schirmfrau betreut sie diese Ringvorlesung bereits zum sechsten mal. Sie forscht insbesondere zu wirtschaftlicher Entwicklung und monetären Fragen in Lateinamerika. Diesmal behandelt ihr Vortrag Währungshierarchien im Globalen Finanzsystem.

9. Japankrise - 11.06.
tba

Block 3: Auswirkungen von Krisen

10. Ungleichheit & Krise - 18.06.
Prof. Dr. Till van Treeck

Prof. Dr. Till van Treeck ist Professor und Mitbegründer des Institut für Sozioökonomie an der Universität Duisburg-Essen und wurde 2021 zum jüngsten Inhaber der renommierten Theodor-Heuss Gastprofessur an der New School in New York berufen. Zu seinen Forschungsschwerpunkten zählen Ungleichheit aus makroökonomischer Perspektive, Wirtschaftskrisen und Finanzialisierung. 2018 veröffentlichte er gemeinsam mit Janina Urban das Buch “Wirtschaft neu denken - blinde Flecken in der Lehrbuchökonomie”. In seinem Vortrag widmet er sich westlichen Krisen und der damit verbundenen Ungleichheit.

11. Wirtschaftliche Folgen der deutschen Wiedervereinigung - 25.06.
Dr. Marcus Böick

Dr. Marcus Böick ist Historiker und Assistant Professor in Modern German History und Fellow am King's College der University of Cambridge. Seine Dissertation hat er über die Geschichte der Treuhandanstalt verfasst. Die Forschungsschwerpunkte von Dr. Böick liegen unter anderem in den Bereichen: Historische Sicherheits- und Organisationsforschung und in der Geschichte von Transformationen und Umbrüchen nach 1989. Im Rahmen der Ringvorlesung wird er zum Thema „Wirtschaftliche Folgen der Wiedervereinigung" referieren. Er hat unter anderem das Buch "Die Treuhand: Idee - Praxis - Erfahrung 1990-1994" (Göttingen, 2020) veröffentlicht.

12. Der Kapitalismus und seine Krisen: Marx und Keynes - 30.06.
Prof. Dr. Florian Schui

Prof. Dr. Florian Schui ist Professor für Geschichte an der Universität St. Gallen. Seine Forschungsschwerpunkte liegen im Bereich der ökonomischen und politischen Ideengeschichte. Sein Buch «Austerity: The Great Failure» ist 2014 bei Yale University Press erschienen. Aktuell arbeitet Schui an einem Forschungsprojekt zum Aufstieg und Fall des Keynesianismus im 20. Jahrhundert. Sein Vortrag beschäftigt sich mit den Krisentheorien von Marx und Keynes. Im Anschluss an die Vorlesung findet am 1. und 2. Juli sein Makroskop-Seminar „Kapitalismus und Kritik: Der lange Weg vom Wachstum zum guten Leben für alle“ auf dem Campus der FU Berlin statt.

13. Protektionismus & Freihandel - 02.07.
tba

14. Zentralbanken - 09.07.
Monica DiLeo

Monica DiLeo is a postdoctoral research fellow on KnowLegPo, a joint DFG-ANR funded research project led by Benjamin Braun (LSE) and Matthias Thiemann (Sciences Po) devoted to examining how central banks have navigated policymaking in an increasingly contested and politicized context.
Prior to this, Dr. DiLeo completed a PhD in Political Economy at the University of Queensland in Brisbane, Australia. Her thesis examined the politics of central banking and policy approaches to climate change in the West and East Asia.
Dr. DiLeo also worked as a Senior Analyst at the Federal Reserve Bank of New York, and earned a Bachelor of Arts at Yale University.
We are excited to welcome Dr. DiLeo for this week’s lecture on the contested politics of Central Banking.

Anmeldung und Ablauf

Die Vorträge werden komplementiert durch eine wöchentliche Übung in der wir einerseits Raum bieten für Diskussion und Austausch, aber auch durch Input und Gruppenarbeiten erweiternde Inhalte erarbeiten. Kursteilnehmende können durch aktive Mitarbeit die Inhalte mitgestalten. Falls Kursteilnehmende hier besondere Themenwünsche haben, sind wir gerne offen diese sofern möglich in den Kurs zu integrieren. Schreibt uns dazu einfach an Finanzkrisen@gmail.com.

Auch dieses Semester wird es wieder möglich sein als Gaststudierende*r an dem Modul teilzunehmen, unabhängig davon wo ihr studiert. Ihr könnt euch über den obigen Button für den Kurs anmelden, wir lassen euch dann einen Gastzugang zum E-Learning System unserer Uni einrichten. Gleiches gilt, wenn ihr lediglich auf die Materialien zugreifen wollt, dafür ist jedoch von Seiten der FU ein Studierendenstatus nötig. Es gibt keine Teilnahme-/Anwesenheitspflicht oder ähnliches, über rege Beteiligung freuen wir uns aber natürlich. Nach bestandener Prüfung kann euch unsere betreuende Professorin (Prof. Dr. Barbara Fritz) einen Leistungsschein ausstellen.

Um Kontakt mit dem Orga Team aufzunehmen, nutzt einfach folgende Mail Adresse: finanzkrisen@kriwis-berlin.de

Weiterhin haben wir ein FAQ zusammengestellt für wiederkehrende Fragen.

FAQ

Wann finden die Vorlesungen/Übungen statt?2026-04-20T12:19:45+02:00

Ab dem 13.04.26 finden die Vorlesungen regulär wöchentlich Dienstags von 14-16 Uhr statt. Begleitende Übungen führen wir den Donnerstags um 12-14 Uhr durch. Bei Abweichungen informieren wir euch im Blackboard Kurs.

Wie kann ich mich für den Kurs anmelden?2023-04-21T10:40:34+02:00

Wenn du am Fachbereich WiWiss der Fu Berlin studierst kannst du dich ganz einfach in der normalen Frist über Campus Management anmelden. Wenn du an einer anderen Universität studierst melde dich bitte über unser Formular an. Dieses findest du auf der Seite für die aktuelle RIngvorlesung verlinkt.

Wie sieht die Prüfung im Modul aus?2021-04-03T23:55:11+02:00

Zum Semesterende schreiben wir eine 120 minütige schriftliche Klausur, die sich aus kleineren offenen Fragen und Multiple Choice Fragen zusammensetzt. In der Klausur können bis zu 120 Punkte erreicht werden. Es ist möglich durch einen freiwilligen Essay, der im Rahmen des Moduls erstellt werden kann, 10 – 15 Zusatzpunkte zu erreichen, die auf die Klausurpunkte addiert werden.

Kann ich mich bei euch einbringen und mithelfen solche Veranstaltungen zu organisieren?2022-05-26T23:47:05+02:00

Nichts hören wir lieber als das 😉 Das Orga Team für das Finanzkrisen Modul steht fest und hier ist es nicht mehr möglich nachträglich mitzuhelfen, allerdings organisieren wir auch nächstes Semester wieder eine Ringvorlesung und neben den Modulen sind wir noch mit einem Haufen anderer Veranstaltungsformate aktiv. Schau dir doch mal den Reiter Mitmachen an und schreib uns ne Mail (info@kriwis-berlin.de). Wir freuen uns auf dich =)

Werden die Veranstaltungen aufgezeichnet?2026-04-20T12:24:31+02:00

Wir versuchen ab diesem Semester die Vorlesungen aufzuzeichnen und wollen diese veröffentlichen. Wir versprechen nicht, dass die Videos vor der Klausur abrufbar sind.

Kann ich als nicht an der FU studierende Person am Kurs teilnehmen?2022-05-26T23:48:25+02:00

Auf jeden Fall! Beachte aber, dass das Modul in diesem Semester in Präsenz stattfindet. Bitte melde dich über unser (noch nicht verlinktes) Anmeldeformular an. Wir schreiben dir dann. Du erhältst dann einen Gastzugang zum E-Learning System unserer Uni und kannst an den wöchentlichen Sessions teilnehmen. Falls du ECTS für das Modul erwerben möchtest musst du die Klausur am Semesterende bestehen, wenn du nicht an der Klausur teilnimmt gilt das automatisch als Abmeldung und es passiert nichts weiter. Gleiches gilt, wenn du lediglich auf die Materialien zugreifen willst. Es gibt keine Teilnahme-/Anwesenheitspflicht oder ähnliches, über rege Beteiligung freuen wir uns natürlich.

Wenn du nicht mehr studierst kann unsere Uni leider keinen Gastzugang zum E-Learning System erstellen, aber selbstverständlich bist du bei den Vorträgen dennoch willkommen als Gast. Melde dich dafür auch über die Mail Paradigmen@kriwis-berlin.de und schreib dazu, dass du keinen Studierendenstatus mehr hast.

Kann ich mir das Modul an meiner Uni anrechnen lassen?2021-09-06T10:10:12+02:00

Wir haben in der Vergangenheit gute Erfahrungen mit den Berliner Unis (HU, HWR, HTW und TU) und der Uni Potsdam gemacht, können aber nie versprechend, dass das Modul an deiner Uni anerkannt wird. Dafür ist das jeweilige Prüfungsbüro deiner Fakultät verantwortlich. Du solltest also am besten vor Kursantritt Kontakt mit deinem Prüfungsamt aufnehmen und die Anerkennung des Moduls klären. Das Modul „Paradigmen und Kontroversen ökonomischer Theorien“ ist offizieller Bestandteil der Studien und Prüfungsordnung am Fachbereich WiWiss der Freien Universität, insofern stehen die Chancen gut, wenn du auf unsere StuPo verweist. Um das Modul anrechnen zu können musst du die Klausur zum Semesterende bestehen, daraufhin wird dir von unserem betreuenden Professor ein Teilnahmeschein mit deiner Note ausgestellt.

Wie kann ich mir den Kurs an meiner Uni anrechnen lassen?2021-04-04T00:01:23+02:00

Leider unterscheidet sich die Anrechnung von Uni zu Uni und Fachbereich zu Fachbereich. Das Zertifikatsprojekt des Netzwerks Plurale Ökonomik hat zu dem Thema einen Leitfaden (#hacking Bologna) erstellt, der in einer Kurz- und einer Langform erhältlich ist. Bei Unklarheiten könnt ihr auch gerne an certificate@plurale-oekonomik.de schreiben.

Wir haben in der Vergangenheit gute Erfahrungen mit den Berliner Unis (HU, HWR, HTW und TU) und der Uni Potsdam gemacht, können aber nie versprechen, dass das Modul an deiner Uni anerkannt wird. Dafür ist das jeweilige Prüfungsbüro deiner Fakultät verantwortlich.

Du solltest also am besten vor Kursantritt Kontakt mit deinem Prüfungsamt aufnehmen und die Anerkennung des Moduls klären. Um das Modul anrechnen zu können musst du die Klausur zum Semesterende bestehen, daraufhin wird dir von unserer betreuenden Professorin oder betreuendem Professor ein Teilnahmeschein mit deiner Note ausgestellt.

Es kann auch erforderlich sein, weitere Dokumente einzureichen, wie beispielsweise die Anerkennung für dieses Modul durch einen Dozierenden deiner Universität oder eine Nebenhörerschaft. Die Nebenhörerschaft sollte vor dem Semesterbeginn beantragt werden. Deswegen ist es gut, sich vor Antritt des Moduls beim Prüfungsamt zu erkundigen. Das Modul „Finanzkrisen und Geldsysteme” und auch das Modul „Paradigmen und Kontroversen ökonomischer Theorien“ sind offizieller Bestandteil der Studien und Prüfungsordnung am Fachbereich WiWiss der Freien Universität, insofern stehen die Chancen gut, wenn du auf unsere Stupo verweist.

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